Luthers Erbe "Hier stehe ich, ich kann nicht anders"

Dies soll Martin Luther vor dem Reichstag in Worms im Jahr 1521 gesagt haben. Er widerstand den damals Mächtigen, die ihn und seine Reformideen für die Kirche niederzwingen wollten. Auch 500 Jahre später gibt es vieles, was anders werden muss – in dieser Welt, in unserer Gesellschaft. Missstände wie Hunger, Armut, Ungerechtigkeit, Zerstörung der Umwelt, Klimawandel zeigen das. Es braucht einen Neuanfang in der Art, wie wir wirtschaften und wie wir leben. Es braucht Menschen, die sich für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzten, die einen anderen Umgang mit Mitmenschen und Mitgeschöpfen einfordern und vorleben, die den Mächtigen der Welt sagen und zeigen: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“

Kakaobauern in Westafrika

Wenn ein Kakaobauer nicht mehr als 2 Dollar am Tag für seine harte Arbeit bekommt und dafür nicht die Schulbücher für seine Kinder bezahlen kann, dann stimmt etwas nicht mit der Tafel Schokolade, die wir essen. Schokolade, Kaffee, aber auch die Milch aus der Region brauchen einen fairen Preis, damit Bauern von ihrer Arbeit leben können. Wenn wir z. B. Produkte aus dem Fairen Handel kaufen, setzen wir ein Zeichen für mehr Fairness und Wertschätzung.

www.fairtrade.de | www.suedwind-institut.de

„Wer gutes tun will, muss es verschwenderisch tun.“ Martin Luther

Im Handy

Coltan aus der Demokratischen Republik Kongo steckt in fast jedem Smartphone. Um den begehrten Rohstoff kämpfen seit vielen Jahren Rebellen und Soldaten. Unter der Gewalt leiden besonders Frauen und Kinder. Frauen werden vergewaltigt, Kinder zu Soldaten. In den USA dürfen Unternehmen solche Konfliktmineralien nicht in ihren Produkten verwenden. Die EU ist diesem Beispiel bislang noch nicht gefolgt. Fordern Sie Ihren EU-Abgeordneten und die Bundesregierung auf Konfliktmineralien zu verbieten. Fragen Sie sich, wie oft Sie ein neues Smartphone benötigen. Und schauen Sie in Ihrer Schublade nach, ob da noch ein altes Handy liegt. Wenn ja, bringen Sie es zu einer Recyclingstelle. So werden die wertvollen Rohstoffe wieder genutzt.

www.handy-aktion.de

„Alles, was in der Welt erreicht wurde, wurde aus Hoffnung getan.“ Martin Luther

Mit meinem Geld

Damit Ihr Geld nicht die Rüstungsindustrie, Grüne Gentechnik und Kinderarbeit unterstützt oder die Energiewende bremst, legen Sie es öko-fair an. Fragen Sie Ihre Bank und Versicherung, in welche Unternehmen Ihr Geld fließt. Wenn Sie damit unzufrieden sind, prüfen Sie einen Wechsel zu einer anderen Bank, z. B. zur GLS-Bank, KD-Bank, Triodos-Bank. Diese Banken legen Ihr Geld nach ethischen Kriterien an. Oikocredit ist eine weitere Möglichkeit für Ihre Geldanlage. Diese Genossenschaft unterstützt z. B. ökologische Landwirtschaft, den Fairen Handel, erneuerbare Energien in Asien, Afrika und Lateinamerika.

www.zukunft-einkaufen.de | www.oikocredit.de

„Wer etwas will anfangen, der mag es beizeiten tun.“ Martin Luther

Für den Wald

Riesige Wälder werden abgeholzt, z. B. in Indonesien, Kanada, Russland. Und das vor allem für Papier: Kopierpapier, Collegeblöcke, Zeitungen, Verpackungen, Haushaltstücher, Toilettenpapier u.a. Deutschland verbraucht so viel Papier wie Afrika und Südamerika zusammen. Wer es fair für den Wald und die Umwelt will, der vermeidet unnötigen Papierverbrauch und kauft Papier mit dem „Blauen Engel“. Denn für Recyclingpapier muss kein einziger Baum fallen, da es aus 100 % Altpapier besteht. Zudem spart es Energie und Wasser.

www.blauer-engel.de

„Wenn ich wüsste, dass die Welt morgen untergeht, würde ich dennoch heute einen Apfelbaum pflanzen.“ Martin Luther

Für die Näherinnen in Bangladesch

Ob teure oder billige Kleidung – sie wird unter meist verheerenden Arbeitsbedingungen hergestellt. Ein Lohn, der nicht zum Leben reicht, Überstunden, unerträglicher Lärm, hohe Verletzungsgefahr, keine Gewerkschaften … so sieht die Situation in der Mehrzahl der Textilfabriken weltweit aus. Damit sich Arbeitsbedingungen verbessern: Fragen Sie bei den Textilherstellern nach, wie sie für gute Löhne, Sicherheit am Arbeitsplatz, Gesundheit u.a. Sorge tragen. Informieren Sie sich über Alternativen. Beteiligen Sie sich an der Kampagne „Saubere Kleidung“.

www.ci-romero.de/ccc | www.suedwind-institut.de

„Wer an seinem Nächsten vorübergeht, der geht auch an Gott vorüber.“ Martin Luther

Für die Erde

Wir leben auf zu großem Fuß – wir kaufen und verbrauchen zu viel. Der ökologische Fußabdruck zeigt das. Riesige Palmölplantagen in Indonesien vernichten Regenwälder und damit die Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten. Das Palmöl finden wir dann bei uns im Supermarkt in Tütensuppen, Schokoaufstrichen, Tiefkühlpizza, Waschmittel u.v.m. Damit Regenwälder in Indonesien nicht verschwinden, Reisbäuerinnen nicht vertrieben werden, muss unser Fußabdruck kleiner werden, d.h. weniger kaufen und verbrauchen. Prüfen Sie die Größe Ihres Fußabdrucks und überlegen Sie, wie Sie diese verkleinern können. Fragen Sie sich z. B. bei jedem Einkauf, ob Sie das wirklich brauchen. Stellen Sie aus gebrauchten Dingen etwas Neues her.

www.fussabdruck.de

„Wenn wir täten, was wir sollten, und nicht machten, was wir wollten, so hätten wir auch, was wir haben sollten.“ Martin Luther

Für das Klima

Mit unserem Energieverbrauch heizen wir den Klimawandel an. Der Klimawandel gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen und verstärkt weltweit Ungerechtigkeiten. Es ist notwendig, die Energiewende in der Gesellschaft und Zuhause umzusetzen. So können wir mehr Wege mit Bus oder Bahn, Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen sowie effizienter und bewusster heizen, beleuchten oder kochen. Und je mehr wir dafür Sonne und Wind nutzen und nicht Kohle, Öl oder Gas, desto besser für das Klima.

www.klimaschutz-ekvw.de | www.klima-allianz.de

„Ein Christ soll wenig Wort und viel Tat machen.“ Martin Luther

Das Heft 9 + 5 Ideen für eine andere Welt“ findest Du hier